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Gute Mutter, schlechte Mutter: Warum dir beide Schubladen nicht helfen

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Verschiedene Perspektiven

„Hohe Ansprüche sind doch gut.“ Es stimmt: Wer sich mit Bindung, Schlaf und Ernährung beschäftigt, trifft im Zweifel bessere Entscheidungen als jemand, der es nie getan hat. Wissen schadet nicht. Das Problem ist nicht, dass du dich informiert hast — sondern dass aus dem Wissen ein Prüfungsmaßstab geworden ist, an dem du täglich durchfällst.

„Nimm es doch lockerer.“ Gut gemeint, aber es geht am Kern vorbei. Wer diesen Satz hört, hört meistens: Du machst zu viel Aufhebens. Perfektionismus lässt sich nicht durch die Aufforderung abstellen, weniger perfektionistisch zu sein — das ist derselbe Mechanismus, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Und für viele ist der Anspruch keine Marotte, sondern das, was jahrelang Sicherheit gegeben hat.

„Das ist ein gesellschaftliches Problem, kein persönliches.“ Auch das hat einen wahren Kern, und die Zahlen aus dem Ländervergleich stützen ihn. Nur hilft dir diese Einordnung um halb vier nachts nicht weiter. Beides ist wahr: Der Druck kommt von außen — und du bist diejenige, die morgen früh aufsteht.

Unsere Haltung dazu

Wir halten die Frage „gute Mutter oder schlechte Mutter?“ für die falsche Frage. Nicht weil die Antwort unangenehm wäre, sondern weil beide Schubladen dasselbe tun: Sie stellen dich unter Beobachtung. Auch die gute. Wer heute in der guten Schublade sitzt, hat morgen Angst, herauszufallen.

Was an ihre Stelle tritt, ist unspektakulär: ein Alltag, der manchmal funktioniert und manchmal nicht. Ein Kind, dem es gut geht, obwohl nicht jeden Tag frisch gekocht wird. Und das Wissen, dass Perfektionismus dich durch vieles getragen hat — nur eben nicht hier durch.

Und noch etwas, das unbequemer ist: Dieses Bild loszulassen ist keine Entscheidung, die man einmal trifft. Es ist Arbeit, sie fällt oft schwer, und man rutscht zurück. Wer behauptet, das gehe an einem Nachmittag, verkauft dir die nächste Perfektionserzählung.

Was den Preis fürs Festhalten so hoch macht: Der Versuch, etwas zu sein, was man nicht ist, kostet genau die Kraft und Lebensfreude, die eigentlich beim Kind ankommen sollte.

Der Satz, der die Richtung ändert

Nicht: Habe ich es heute richtig gemacht? — das ist eine Prüfungsfrage, und sie hat immer eine Antwort, die weh tut. Sondern: Was hat heute funktioniert? Diese Frage kannst du beantworten, ohne dich zu verurteilen.

Gemalte Szene: Eine lange Tafel auf einer Dachterrasse, die seitlich aus dem Bild läuft. Es wird weiter eingedeckt, ein zusätzlicher Stuhl kommt dazu, Wäsche bewegt sich im Wind.
Es wird nie fertig. Und es muss auch nicht fertig werden.

Was du konkret tun kannst

  • Bemerke, wann du eine Schublade benutzt — auch bei anderen. Das Urteil über die Mutter im Café, deren Kind auf ein Tablet schaut, ist dasselbe Werkzeug, das du gegen dich selbst richtest. Wer aufhört, andere einzusortieren, wird auch bei sich milder.
  • Unterscheide Anspruch von Maßstab. Du darfst dir vornehmen, weniger zu schimpfen. Du musst daraus keine Note machen.
  • Nimm die Isolation ernst. Sie ist der Teil, der am meisten unterschätzt wird. Eine Verabredung pro Woche mit einem Menschen, der dich nicht nur als Mutter kennt, ist keine Freizeitgestaltung. Sie ist Instandhaltung.
  • Sag es einmal laut. Der Person neben dir, einer Freundin, deiner Hebamme. Nicht als Hilferuf, sondern als Feststellung: Das hier ist gerade sehr viel.
  • Achte auf das Muster, nicht auf den einzelnen Tag. Anhaltende Erschöpfung, innerlicher Abstand zum Kind, das Gefühl, nichts mehr auf die Reihe zu bekommen: Wenn das über Wochen bleibt und nicht durch ein Wochenende weggeht, ist das kein Charakterproblem. Dann hol dir Unterstützung — bei deiner Hausärztin, einer Hebamme oder einer Erziehungsberatungsstelle.

Dein Kind braucht keine perfekte Mutter. Es braucht eine, die stolpert, weitermacht und dabei zeigt, dass das Leben so aussieht.

Mamma Mia – wir schaffen das!

Der Text wurde liebevoll vorbereitet und unter Zuhilfenahme von KI erstellt.

Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische, psychologische oder therapeutische Beratung. Wenn es dir oder deinem Kind nicht gut geht, wende dich bitte an eine Fachperson.

Häufige Fragen

Ist es schlimm, wenn mein Kind mehr Bildschirmzeit hat, als ich geplant hatte?

Ein einzelner Nachmittag vor dem Bildschirm ist nicht das, was die Entwicklung deines Kindes prägt. Was zählt, ist die Beziehung über Monate und Jahre – und die leidet mehr unter einer dauererschöpften Mutter als unter einer Folge Zeichentrick.

Woran merke ich, dass es mehr ist als normale Erschöpfung?

Anhaltende Erschöpfung in der Elternrolle, innerlicher Abstand zum eigenen Kind und das Gefühl, als Mutter nichts mehr auf die Reihe zu bekommen – wenn das über Wochen bleibt, ist das ein Muster, das Fachleute kennen und ernst nehmen. Sprich mit deiner Hausärztin, einer Hebamme oder einer Beratungsstelle.

Heißt das, ich soll meine Ansprüche einfach aufgeben?

Nein. Es geht nicht um weniger Anspruch, sondern um einen anderen Maßstab. 'Habe ich es heute richtig gemacht?' ist eine Frage, die dich prüft. 'Was hat heute funktioniert?' ist eine, die dich weiterbringt.

Quellen

  1. Mikolajczak, M., Gross, J. J., Roskam, I.: Parental Burnout – What Is It, and Why Does It Matter? Clinical Psychological Science, 2019
  2. Roskam, I. et al.: Aiming to be perfect parents increases the risk of parental burnout, but emotional competence mitigates it (Personality and Individual Differences, 2021)
  3. American Psychological Association: The impact of parental burnout, Monitor on Psychology, Oktober 2021 – https://www.apa.org/monitor/2021/10/cover-parental-burnout
  4. International Investigation of Parental Burnout (IIPB) Consortium: Ländervergleich zu elterlichem Burnout, höhere Raten in individualistischen Kulturen – referiert im APA Monitor, Oktober 2021