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Für mehr Kraft im Familienalltag: 10 kleine Routinen, die wirklich etwas ändern

Zehn kleine Routinen für mehr Energie am Morgen, besseren Schlaf und mehr Ruhe im Familienalltag. Kein Programm, keine To-do-Liste – such dir aus, was passt.

Alle Texte sind liebevoll erarbeitet und mit KI modifiziert

Einstieg

Aus einer leeren Batterie kann keine Sonne kommen.

Das Gefühl, für alle da zu sein und trotzdem leer — das kennen sehr viele Eltern. Geredet wird darüber kaum, weil es sich nach Undankbarkeit anfühlt.

Dabei ist das Naheliegendste das, was am schnellsten untergeht: Du bist auch wichtig. Nicht nur als Elternteil, nicht nur als Funktion im Familiensystem. Als Mensch mit einem Körper, der Bedürfnisse hat. Der Hunger meldet. Durst. Müdigkeit. Der aufs Klo muss, und zwar jetzt — nicht in zwanzig Minuten, wenn alle versorgt sind.

Dein Körper merkt sich, wenn du ihn übergehst. Nicht sofort. Aber er merkt es.

Was dahintersteckt

Selbstfürsorge hat in Elternratgebern lange als Wellness-Thema gegolten — nett, wenn es sich ausgeht. Die Familienjournalistin Nora Imlau setzt in ihrem Buch Bindung ohne Burnout einen anderen Akzent: Dass Eltern für sich selbst sorgen, sei keine angenehme Zugabe, sondern Voraussetzung für ein gutes Leben mit Kindern. Bindung, so ihr Argument, sei robust und halte einiges an elterlicher Unvollkommenheit aus — und je weniger streng Eltern mit sich selbst umgehen, desto leichter falle es ihnen, in den Momenten zugewandt zu bleiben, in denen es wirklich zählt.

Das deckt sich mit der Forschung zu elterlichem Burnout: Was Eltern erschöpft, ist selten ein einzelner schwerer Tag. Es ist die Dauerbelastung ohne Ausgleich — Anforderungen, die konstant hoch sind, während die eigenen Ressourcen konstant hinten anstehen.

Deshalb geht es im Folgenden nicht um große Umbauten. Es geht um Dinge, die zehn Sekunden bis zwanzig Minuten kosten.

Dieser Artikel ist kein Programm Kein Versprechen, kein weiterer Punkt auf deiner Liste. Schau, was dich anspricht. Manches kennst du schon und bist irgendwann davon abgekommen — vielleicht ist jetzt ein guter Moment, wieder dahin zurückzufinden. Und nimm dir zwei, nicht zehn.

Die zehn Routinen

1. Steh zwanzig Minuten früher auf. Nicht für Sport. Nicht für To-dos. Nur für dich: Kaffee, Stille, kein Handy. Dieser eine Moment, bevor das Haus wach wird, trägt erstaunlich weit.

Aber: Wenn du ohnehin chronisch zu wenig schläfst, ist das der falsche Ratschlag für dich. Dann such dir die stille Viertelstunde woanders im Tag. Schlafmangel lässt sich nicht mit Achtsamkeit ausgleichen.

2. Trink morgens zuerst ein Glas Wasser. Vor dem Kaffee. Dein Körper hat die ganze Nacht nichts bekommen. Kostet zehn Sekunden.

3. Lass das Handy beim Aufwachen liegen. Gib dir zehn Minuten, bevor du die erste Nachricht liest. Was auch immer dort wartet, wartet auch noch zehn Minuten länger.

4. Mach mittags eine echte Pause. Setz dich hin. Iss ohne Bildschirm. Auch mit Kindern dabei, auch wenn es laut ist. Der Unterschied zwischen „nebenbei essen“ und „hinsetzen und essen“ ist größer, als er klingt.

5. Hör auf deinen Körper, gerade bei den kleinen Dingen. Hunger: essen. Durst: trinken. Toilette: gehen. Jetzt, nicht nach dem nächsten Schritt. Bei unseren Kindern erfüllen wir diese Bedürfnisse, ohne nachzudenken. Die eigenen schieben wir auf. Der Körper speichert beides.

6. Beweg dich einmal am Tag. Yoga, Pilates, Joggen, einmal um den Block. Alles zählt. Es muss kein Workout sein, nach dem du erschöpft auf der Matte liegst — zehn Minuten an der frischen Luft tun es oft auch.

7. Bring Achtsamkeit in kleine Momente. Nicht als Meditationsprogramm, sondern als Haltung. Die Tasse Kaffee wirklich schmecken. Beim Spaziergang einmal tief einatmen und merken, wie sich das anfühlt. Kurz innehalten, bevor du reagierst.

8. Setz eine feste Uhrzeit für den Feierabend. Ab wann bist du fertig? Ohne Grenze verschwimmt alles. Zum Beispiel: 21 Uhr, Laptop zu.

9. Verlängere den Abend nicht künstlich. Die eine Folge noch, Instagram zu Ende scrollen — du wirst nichts davon haben. Lieber früher ins Bett als unfassbar müde in den nächsten Tag.

10. Schreib drei Dinge auf, für die du dankbar bist. Kein großes Ritual: drei Sätze in ein Heft, morgens oder abends. Was heute gut war. Was dich zum Lachen gebracht hat.

Zur Einordnung: Dankbarkeitsübungen sind gut untersucht — und die Befunde sind bescheidener, als die Ratgeberliteratur nahelegt. Metaanalysen finden kleine positive Effekte auf das Wohlbefinden, bei methodischen Schwächen der zugrunde liegenden Studien. Also: einen Versuch wert, aber kein Hebel, der ein erschöpftes Leben umdreht.

Verschiedene Perspektiven

„Selbstfürsorge ist das Wichtigste.“ In Ratgebern und auf Social Media ist das inzwischen der Standardsatz. Er stimmt in der Sache — und wird trotzdem oft zur Belastung, weil er die Verantwortung wieder komplett bei dir ablädt. Wer keine zwanzig Minuten hat, weil niemand da ist, der das Kind übernimmt, hat kein Einstellungsproblem.

„Dafür ist in dieser Phase einfach keine Zeit.“ Auch das ist ehrlich, und in manchen Wochen stimmt es schlicht. Nur wird aus „diese Phase” schnell ein Zustand, den niemand mehr hinterfragt.

„Es braucht strukturelle Lösungen, keine Routinen.“ Entlastung durch Partner, Familie, Kinderbetreuung wirkt ungleich stärker als jedes Glas Wasser. Das ist richtig. Aber diese Lösungen brauchen Zeit und oft Verhandlungen — die zehn Sekunden hast du heute.

Unsere Haltung dazu

Wir halten nichts von Selbstoptimierung im Elternalltag. Eine Morgenroutine um fünf Uhr ist für die meisten Familien mit kleinen Kindern eine Fantasie, und sie zum Maßstab zu machen, erzeugt genau den Druck, gegen den sie helfen soll.

Was wir für richtig halten: die kleinste Version. Nicht die Stunde Sport, sondern der Block. Nicht das Journal, sondern drei Sätze. Nicht das Wochenende allein, sondern die Mittagspause im Sitzen.

Und wir halten es für richtig, ehrlich zu sagen, wo die Grenze liegt: Diese Routinen ersetzen keine Entlastung. Wenn du seit Monaten leer bist und keine dieser Ideen daran etwas ändert, ist das kein Zeichen von zu wenig Disziplin. Dann fehlt Unterstützung, nicht Selbstdisziplin — und der nächste Schritt ist, das jemandem zu sagen: der Person neben dir, deiner Hausärztin, einer Beratungsstelle.

Was du konkret tun kannst

  • Wähle zwei. Die, bei denen du beim Lesen genickt hast.
  • Häng sie an etwas, das du ohnehin tust. Das Glas Wasser an den Wasserkocher. Die drei Sätze an das Zähneputzen.
  • Setz die Schwelle absurd niedrig. Ein Satz statt drei, fünf Minuten statt zwanzig. Was zu klein wirkt, um zu scheitern, überlebt schlechte Wochen.
  • Und wenn es nicht klappt, streich es. Eine Routine, die dir ein schlechtes Gewissen macht, hat ihren Zweck verfehlt.

Du musst dich nicht neu erfinden. Nimm, was sich richtig anfühlt, und lass den Rest liegen.

Mamma Mia – wir schaffen das!

Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische, psychologische oder therapeutische Beratung. Wenn es dir oder deinem Kind nicht gut geht, wende dich bitte an eine Fachperson.

Häufige Fragen

Ich schlafe ohnehin zu wenig. Soll ich trotzdem früher aufstehen?

Nein. Wer chronisch zu wenig schläft, gewinnt nichts durch weniger Schlaf. Nimm dir die stille Viertelstunde dann lieber woanders im Tag – während des Mittagsschlafs, oder abends, bevor du den Fernseher anmachst.

Wie viele dieser Routinen soll ich gleichzeitig anfangen?

Eine oder zwei. Zehn neue Vorsätze auf einmal sind selbst wieder eine To-do-Liste, und die scheitert zuverlässig – gerade in Wochen, in denen ohnehin nichts nach Plan läuft.

Bringt ein Dankbarkeitstagebuch wirklich etwas?

Etwas – aber kein Wunder. Metaanalysen finden für Dankbarkeitsübungen kleine positive Effekte auf das Wohlbefinden, und die Forschungslage hat methodische Schwächen. Wenn es dir guttut: gut. Wenn du es nach zwei Wochen sein lässt, hast du nichts falsch gemacht.

Quellen

  1. Nora Imlau: Bindung ohne Burnout. Kinder zugewandt begleiten ohne auszubrennen. Beltz Verlag – https://www.beltz.de/sachbuch_ratgeber/produkte/details/52042-bindung-ohne-burnout.html
  2. Mikolajczak, M., Gross, J. J., Roskam, I.: Parental Burnout – What Is It, and Why Does It Matter? Clinical Psychological Science, 2019
  3. Davis, D. E. et al. (2016): Metaanalyse zu Dankbarkeitsinterventionen, kleiner Effekt auf das Wohlbefinden (d = .31) – referiert in: Wedel, Der Effekt von Dankbarkeitsübungen auf die mentale Gesundheit. Ein systematisches Review, Medical School Hamburg, 2023 – https://opus.bsz-bw.de/msh/frontdoor/index/index/docId/572