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Italienische Mädchennamen (Teil 2)
Zehn moderne Namen, die auch in Deutschland funktionieren

Zehn moderne italienische Mädchennamen mit Bedeutung, die auch in Deutschland funktionieren: Aurora, Livia, Ginevra, Gaia, Serena und mehr. Teil 2 von 2.

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Gemalte Szene: In einem Innenhof vor einer hohen Kalkwand hängen an drei Wäscheleinen lauter gleiche weiße Babystrampler. Eine Mutter in einem riesigen goldenen Mantel trägt ihr Baby auf dem Arm und hängt einen einzelnen goldenen Strampler dazu. Links ein Olivenbäumchen im Topf, unten ein Terrakottakorb.

Lauter gleiche Namen an der Leine. Und einer, den hier noch niemand trägt.

Manche Namen auf dem Zettel neben dem Bett klingen nach Großmüttern, andere nach einem Sommer in Ligurien: hell, offen, mit einem a am Ende, das über eine Bucht trägt. Um die zweite Sorte geht es hier. Teil 1 hat die klassischen Namen gesammelt, von Sofia bis Viola. Dieser Teil nimmt die modernen, und die meisten davon sind in Deutschland noch selten genug, dass kein zweites Mädchen in der Gruppe so heißt.

Was dahintersteckt

Modern heißt bei italienischen Mädchennamen: In Italien gerade auf dem Weg nach oben, in Deutschland noch nicht angekommen. Beim Statistikamt Istat stehen für 2024 Aurora, Ginevra und Vittoria direkt hinter Sofia (1), Namen, die vor zwanzig Jahren dort noch selten waren. In Deutschland tragen die Top Ten für 2025 dagegen die kurzen Formen: Mia, Lia, Mila, Ella (2). Die Namen unten liegen dazwischen: in Italien schon gewöhnlich, hier noch neu.

Damit so ein Name in Deutschland funktioniert, muss man ihn so schreiben, wie man ihn hört, und Deutsche müssen ihn beim ersten Lesen ungefähr richtig sagen. Bei Ginevra und Alessia braucht es eine Korrektur, bei den anderen acht keine.

Zehn moderne Namen

Die Bedeutungen folgen dem Duden-Vornamenlexikon (3).

Aurora. Lateinisch: die Morgenröte, die Göttin des Morgens. In Italien auf Platz zwei (1). In Deutschland fällt der Name auf, weil er groß klingt. Er ist aber leicht zu schreiben, leicht zu sagen und in beiden Ländern eindeutig. Für Eltern, die keinen Namen wollen, den drei andere Kinder in der Gruppe tragen.

Livia. Ein römischer Geschlechtername, nach einer Deutung vom lateinischen Wort für bläulich, nach anderer die Neidlose. Livia war die Frau des Kaisers Augustus. In Deutschland selten, klar lesbar, ohne Ausspracheproblem. Für Eltern, die Olivia mögen, aber etwas Kürzeres wollen.

Ginevra. Die italienische Form von Guinevere, der Königin an König Artus’ Hof, gedeutet als die weiße Fee oder als Wacholder. In Italien auf Platz drei (1), in Deutschland fast unbekannt. Deutsche lesen das gi anfangs falsch, lernen es aber schnell. Für Eltern, die etwas Seltenes suchen und die erste Korrektur nicht scheuen.

Vittoria. Lateinisch: der Sieg. In Italien in den Top fünf (1). In Deutschland ist Victoria mit c bekannt, die italienische Form mit doppeltem t wird hier oft verkürzt geschrieben. Ein kräftiger, klarer Name, dessen Kurzform Vicky in beiden Ländern läuft.

Serena. Lateinisch: die Heitere, die Klare. Ein ruhiger Name, in Deutschland selten und trotzdem sofort verstanden. Die Betonung liegt in beiden Sprachen auf dem e in der Mitte. Keine Falle, nirgends.

Alessia. Aus dem Griechischen: die Beschützerin. Die weiche Schwester von Alessandra. In Deutschland selten, aber richtig lesbar; das doppelte s bleibt stimmlos wie in Italien. Ein Name mit Eleganz, ohne Hürde.

Gaia. Aus dem Griechischen: die Erde, die Erdgöttin. Kurz, warm, ohne Umlaut. In Italien beliebt, in Deutschland selten und deshalb auffällig, aber vollständig lesbar. Deutsche sprechen den Namen richtig, ohne es zu wissen.

Stella. Lateinisch: der Stern. In Deutschland seit Jahren vertraut, in Italien ebenso. Das doppelte l bleibt in beiden Sprachen erhalten. Ein Name, der auf einer Geburtsanzeige leuchtet und auf dem Schulhof gerufen werden kann.

Noemi. Aus dem Hebräischen: die Liebliche, die Anmut. In Italien mit Betonung auf dem e, in Deutschland als Noemi oder Naomi bekannt. Die italienische Form ohne a ist hier ungewohnt, aber lesbar. Ein leiser, alter Name, der in keiner Gruppe doppelt vorkommt.

Carlotta. Die weibliche Form von Carlo: die Freie, die Tüchtige. In Deutschland seit einigen Jahren beliebt, oft mit dem Beiklang von Charlotte. Das doppelte t wird hier gern verschluckt, der Name aber immer erkannt. Lotta ist in Deutschland ein eigener, beliebter Name; in Italien sagt man eher Carlò.

Gemalte Szene: Ein Vater steigt mit seinem Baby auf dem Arm eine breite helle Steintreppe hinauf, sein goldener Mantel weht als große Fläche nach hinten. Auf jeder Stufe steht am Rand ein gleicher Terrakottatopf, oben öffnet sich der Blick auf flache goldene Hügel.
Livia, Gaia, Stella: Namen, die der Wind nicht verbiegt.
Weiter auf Seite 2Verschiedene PerspektivenFür moderne Namen gibt es zwei ehrliche Haltungen, und beide haben recht.

Häufige Fragen

Welche italienischen Mädchennamen sind gerade im Trend?

In Italien laut Istat Aurora, Ginevra und Vittoria, direkt hinter Sofia. In Deutschland sind kurze Namen auf a gefragt: Mia, Lia, Mila, Ella. Wer beides verbindet, landet bei Gaia, Livia oder Stella.

Ist Andrea in Italien wirklich ein Jungenname?

Ja, ein sehr verbreiteter. Für ein Mädchen in Deutschland ist das kein Problem, hier ist der Name eindeutig weiblich. In Italien wird die Tochter dann allerdings regelmäßig als Sohn eingetragen. Wer viel Zeit in Italien verbringt, sollte das wissen.

Wie spricht man Ginevra aus?

Dschinevra, mit Betonung auf dem e in der Mitte. Deutsche lesen das gi anfangs wie in Gitarre, lernen es aber schnell. Es ist die italienische Form von Guinevere, der Königin an König Artus' Hof.

Quellen

  1. Istat: Natalità e fecondità della popolazione residente, Anno 2024. Veröffentlicht am 30. Oktober 2025 – referiert bei Nostrofiglio, https://www.nostrofiglio.it/nomi/nomi-piu-scelti-in-Italia-nel-2024-cosa-dice-istat
  2. Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS): Die beliebtesten Vornamen 2025. Auswertung von 749 Standesämtern, Erstnamen – https://gfds.de/die-beliebtesten-vornamen-2025/
  3. Rosa und Volker Kohlheim: Duden, Das große Vornamenlexikon. Dudenverlag, Berlin, 5. Auflage 2016 (Herkunft und Bedeutung der Namen)